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Mehr als eine Party - Springfestival 2012

: Springfestival


Was vor 12 Jahren in ein paar Clubs der Stadt begonnen und knapp 2000 Besucher angelockt hat, ist zu einem Festival mit Fans in aller Welt ausgewachsen. Das „Springfestival“, das heuer von 16. bis 20. Mai steigt, hat es geschafft, Graz zu einem Hotspot an der Schnittstelle zwischen Technologie und Kunst, Underground und Pop zu machen. Und das Festival hat noch viele Visionen in der Schublade.

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Wenn nach einem langen, harten Winter die Bässe wieder sprießen und die Party-Bienchen von Club zu Club schwirren, dann bricht in Graz eine der schönsten Jahreszeiten an: der „Spring“. Neben dem „steirischen herbst“ gibt es mit dem „elekrifizierten Frühling“ schon seit einiger Zeit eine zweite Jahreszeit, in der sich die gemütliche Stadt an der Mur ein wenig anfühlt wie eine pulsierende Metropole.

2011 war ein Jahr mit großen Veränderungen für das Festival: Erstmals bespielte man mit Stadthalle und Helmut List-Halle auch die größten Häuser der Stadt und konnte die Publikumszahlen so kräftig nach oben schrauben: 23.000 Besucher aus 17 Nationen wurden im vergangen Jahr in Frühlingsstimmung gebracht, für heuer werden ähnliche Zahlen erwartet. Mehr als 35 Prozent der Tickets werden mittlerweile jenseits der österreichischen Grenzen verkauft - hauptsächlich in Deutschland, Italien, Slowenien, Frankreich, Spanien und England. Zudem schaffte man zwei mal in Folge den Sprung in die Top 5 der besten Indoor-Festivals Europas. Der „Spring“ hat somit nicht nur einen großen kulturellen, sondern auch einen touristischen Mehrwert für Graz. Im Frühling kommt die europäische Szene, denn eine derart geballte Ladung elektronischer Musik wie beim „Springfestival“ bekommt man nicht schnell wo geliefert.

Und auch heuer wurde von „Spring“-Chef Stefan Auer und seinem Team wieder ein hochkarätiges Line-Up zusammengestellt: Darunter etwa das legendäre Pariser House-Duo Cassius, das für zahlreiche Dancefloor-Hits verantwortlich zeichnet und ihre aktuelle Single „I love you so“ mithilfe eines eigenen iPhone-Apps zum Kultstatus geführt hat. Hitlieferanten sind auch Skream&Benga, die
trotz ihres jungen Alters bereits zu den Urgesteinen des Londoner Dubstep zählen und genauso zum ersten Mal nach Graz kommen werden, wie Amon Tobin, der mit seinen virtuosen Sounddesigns zu den einflussreichsten Künstlern der Szene gehört (siehe Porträt).

Großes hat auch der Großmeister Gilles Peterson geplant: Der Brite, der in den 80ern das Genre Acid Jazz mit seinem gleichnamigen Label geprägt hat, wird in Graz zwei Abende kuratieren. Zu Gast werden auch zwei ganz frische Fräuleinwunder der Szene sein: Die Brasilianerin Dillon bricht mit ihrer hauchigen Stimme elektronische Musik auf ihre emotionale Quintessenz herunter während die Britin „Little Boots“ voll auf groß angelegten Pop-Appeal setzt. Weiters auf dem Programm stehen unter anderem die Parade-Fusionierer von Modeselektor, Elektro-House der Sonderklasse von Format B, die Ausnahme-HipHoper Foreign Beggars, der norwegische Brachialraver Huoraton und die Berliner Chef-Partymacher AKA AKA.

Doch der „Spring“ setzt nicht nur auf hochkarätige Gäste aus dem Ausland, sondern auch auf die Kooperation mit der Szene vor Ort: “Die Einbindung der lokalen Szene war uns von Anfang an ein großes Anliegen wie man an unserer Artwork oder der Webseite, bei der Programmierung des Festivals und vielen weiteren Kooperationen sehen kann. Die Bandbreite reicht da von Garfikdesignern, Webdesignern, DJ’s, Visualisten, Live Acts, Labels und Veranstaltern bis zu Agenturen. Ohne die rasante Entwicklung und starke Einbindung der lokalen Szene wäre der Spring nicht dort wo er heute steht.” so Stefan Auer. Gemeinsam mit dem Grazer Modelabel „Zerum“ etwa veranstaltet man dieses Jahr einen „T-Shirt-Contest“ und die Designer von „Mapbagrag“ produzieren eine limitierte Kollektion an „Spring“-Taschen für iPad und iPhone.

Und auch musikalisch sind aus Österreich neben Aushängeschildern wie Elektro Guzzi auch immer wieder spannende neue Namen im Line-Up des Festivals zu finden: So etwa Florian Meindl, dessen Stern derzeit kaum höher stehen könnte. Der in Berlin
lebende Sounddesigner, Musikproduzent und DJ verzückt mit seinem cleveren Minimal Techno seit einiger Zeit die Szene. Für Aufsehen sorgte auch Tania Saedi mit ihrem ersten eigenen musikalischen Atemzug, dem Album „Exhale“ (siehe Porträt).

Aber auch abseits der Bühnen und Tanzflächen will das „Springfestival“ Akzente setzen und sich nicht mehr länger mit musikalisch erstklassiger Party begnügen: „Wir arbeiten schon lange an einem Drei-Säulen-Modell“, schildert Kommunikations-Chef Tim Ertl die Planung für das Festival: „Musik, Wissenstransfer und Kunst sollen gleichwertige Teile der Programmierung sein.“ Seit dem vergangenen Jahr ist das Festivalangebot mit den „Springsessions“ - einer Konferenz für elektronische Kunst, Technologie und Design - um eine bedeutende Facette reicher. Für diese Diskurs-Schiene, die gemeinsam mit der Creative Industries Styria veranstaltet wird, werden Vordenker der digitalen Welt nach Graz geladen (siehe "Reden wir über Visionen").

Vermehrt will man künftig auch auf elektronische Kunst setzen und damit in den öffentlichen Raum ausschwärmen, doch dafür fehlen die finanziellen Mittel. “Wir haben einen Satelliten entwickelt der in eine höhere Umlaufbahn gehört. Die Rakete ist startbereit, die Koordinaten für den genauen Kurs sind berechnet, was fehlt ist der Treibstoff um Abheben zu können” so Tim Ertl zur momentanen Situation. Projekte wie ein 3D-Video-Mapping-Projekt an der Fassade eines berühmten Grazer Gebäudes, eine interaktive Lichtinstallation auf dem Mariahilferplatz oder der „Interactive Dancefloor“ von Werner Jauk (siehe Porträt) liegen bereits fix fertig in der “Spring”-Schublade.

Jahr für Jahr könnte das frühlingshafte Angebot in Graz also noch breiter und bunter werden, als es das ohnehin schon ist. Und Jahr für Jahr würde man damit wohl noch mehr elektrifizierte Bienchen aus aller Welt nach Graz locken. Der “Spring” ist dafür
bereit. Ist Graz es auch?


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