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Mit allen Sinnen auf die Tanzfläche - Porträt Werner Jauk

: Springfestival


Für den Gemeindebau und nicht fürs Museum: Mit seinen künstlerischen Forschungen will der Grazer Wissenschafter und Medienkünstler Werner Jauk vor allem die Alltagskultur bereichern. Bei den „Springsessions“ spricht er über seine Ideen für eine interaktive Tanzfläche auf der ganz besondere sinnliche Erfahrungen möglich sind.

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Dank digitaler und elektronischer Hilfsmittel kann man nicht nur sprichwörtlich „Berge versetzen“. Werner Jauk hat schon vor Jahren in einer gleichnamigen Installation, einen Raum mit derart rasanten Wetterveränderungen bespielt, wie es sie in der Natur eigentlich gar nicht gibt. Aber die Grenzen der Natur haben wir in unserer Eroberung der digitalen Welt ohnehin längst hinter uns gelassen, oder? Mit seinen künstlerischen und wissenschaftlichen Arbeiten im Spannungsfeld zwischen Realität und Virtualität ist Jauk zu einem der bedeutendsten Vertreter einer digitalen Avantgarde geworden, die einst als Medienkunst von Graz aus in die Welt gezogen ist. In der programmatischen Erweiterung des „Springfestival“ sieht Jauk eine große Chance für die Stadt: „Wir haben die einmalige Möglichkeit, das, was die avantgardistische Medienkunst in Graz erarbeitet hat, in die gelebte Alltagskultur der Menschen zu bringen.“

Mit dem Aufkommen der Techno-Kultur wurden die Erkenntnisse aus Wissenschaft und Avantgarde in die Alltagskultur geführt: „Davor hatte der Pop einen aufklärerischen Duktus und wollte verstanden werden. Die Techno-Kultur hat eine hedonistische Alternativwelt aufgezeigt, die sich der politischen Mächte weitgehend entzieht“, so Jauk. Bei Techno ging es nicht ums Verstehen, sondern um die Immersion, die emotionale Erregung des Körpers. Am Paradigma der Musik orientiert wurde nicht nur der physisch spürbare Schall, sondern auch Licht und andere Möglichkeiten die Umwelt sensorisch wahrzunehmen zu emotionalen Stimuli.

Diesen Stimulationen „neben dem Klang“ widmet sich Werner Jauk auch in seiner Installation „Para-Sonic 2.0“. Auf einer interaktiven Tanzfläche werden die Besucher von multisensorischen Stimuli angeregt. Ihre Reaktionen
darauf werden über Ultraschall aufgefangen und erneut zu Stimuli verarbeitet. Man tanzt also zu den Klängen, die man selbst auslöst. Die Gestaltung des Werkes passiert nicht mehr länger nur in einem künstlerischen Prozess, sondern auch innerhalb der Teilnehmenden. Der Körper wird zum Schauplatz und zum Gestalter einer intuitiven Gemeinsamkeit, die im Moment lebt und kein speicherndes Medium braucht, das es zu einem besitzbaren Kunstwerk machen würde. Der Besuch im Club wird dadurch nicht nur zu einem lustvollen und ästhetischen, sondern auch zu einem politischen Ereignis.

Liebend gerne geht Jauk mit seinen Ideen hinaus in den öffentlichen Raum: „Es geht mir nicht darum, die interaktiven Systeme digitaler Welten auf die Bühnen der Hochkultur zu bringen. Viel wichtiger ist es, die Menschen erfahren zu lassen, was sie damit machen können.“ Neben dem Vortrag bei den „Springsessions“ wird Jauk bei „SpringKids“ auch mit Kindern arbeiten. Und wenn die Fördergeber mitspielen, werden Festivalbesucher auch seine interaktive Tanzfläche spielend erleben können.


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